Inflation wird weiter zulegen

Hohe Nachfrage-Pandemie-Nachholeffekte führen zu Angebots-Verknappung

Das Thema Inflation (Preissteigerungsrate) hat sich mit Wucht an den Kapitalmärkten zurückgemeldet und wirkt direkt auf die Aktien- und Rentenmärkte. Eine kontinuierlich und stark steigende Inflation kann den Gleichlauf der vergangenen Jahre mit steigenden Aktien- und Anleihekursen (bzw. sinkenden Zinsen) beenden.

Beim internationalen Vergleich bestimmter Zeiträume zeigt sich, dass insgesamt die Inflation in den Industrienationen das Zielniveau der Notenbanken von ca. 2 % Preissteigerung im März 2021 grob erreicht hat (siehe Grafik). Nachdem die Inflation vor einem Jahr Corona-bedingt kaum vorhanden war, ist diese nun auf das Niveau des Jahres 2019 zurückgekehrt. Hintergrund für diese Bewegung sind insbesondere die gigantischen Hilfsprogramme und Liquiditätsschwemme mit denen die Regierungen und Notenbanken die Coronakrise bekämpfen. Diese wiederum werden hauptsächlich über neue Schulden finanziert. Die US-Neuverschuldung entsprach im vergangenen Jahr knapp 20% des Bruttoinlandsprodukts und in der Eurozone ca. 9 %.

Die Auswirkungen der Inflation erscheinen dennoch für den Moment überschaubar. Grundsätzlich bleibt das Szenario von negativen Realzinsen (erzielbarer Zins minus Inflationsrate) in Euro, aber z.B. auch in US-Dollar weiter erhalten. Wir gehen davon aus, dass diese Rahmenbedingungen mindestens noch bis in das Jahr 2022 anhalten werden.

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Seit einiger Zeit führen steigende Renditen zu zusätzlicher Verunsicherung der Anleger und setzen die Rentenmärkte unter Druck (Kursverluste entstehen). In den USA (in US-Dollar) führte diese Bewegung den Zins für 10-jährige Staatspapiere (US-Treasury) von 0,5 % im Herbst 2020 auf 1,8% zum Ende des 1. Quartals 2021, um in der Folge bis heute in Richtung 1,6 % zu konsolidieren. Diese Bewegung bedeutet rechnerisch einen Verlust von ca. 15 % (in der Spitze ca. 20 % Verlust) in wenigen Monaten. Bei deutschen Bundesanleihen fiel die Bewegung deutlich geringer aus, allerdings stieg hier der Zins für 10-jährige Bundesanleihen in weniger als einem Jahr von -0,8 % auf aktuell -0,25 %. Auch diese Bewegung im negativen Bereich bedeutet für Investoren ein Minus von ca. 10 % im Kurs. Insgesamt wurden somit in wenigen Monaten durch den Zinsanstieg die Kupons von vielen Jahren „vernichtet“. Unter Berücksichtigung der Preissteigerung wird dieser Effekt noch dramatischer.

Aktives Management im Rentenbereich notwendig |
Niedrige Duration verringert Verlustrisiken bei Zinsanstiegen

Sollte dieser Zinstrend anhalten oder sich – entgegen unserer aktuellen Erwartung – noch verstärken, so ist auch an den Kapitalmärkten insgesamt negativen Effekten zu rechnen. In Verbindung mit der Komplexität und Schwankungsintensität der Rentenmärkte sollten Anleger verstärkt auf aktives Rentenmanagement setzen. Dies beinhaltet aktives Management der Bonitäten bzw. Schuldner und Regionen, aber auch das aktive Laufzeitmanagement (Duration-Management) vor dem Hintergrund der beschriebenen Rahmenbedingungen. Aktuell sehen wir bei einer mittelfristigen Duration von ca. 4 Jahren das interessanteste Chance-Risiko-Verhältnis.

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