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Ausgabe vom 19. Februar 2021

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist in unserem Alltag omnipräsent, doch obwohl uns der Begriff ständig umgibt, versteht nahezu jeder etwas anderes darunter. Die Werbewirtschaft penetriert den Begriff geradezu und lässt eine Vielzahl von Konsumprodukten als „nachhaltig“ erscheinen. Bei genauerem Hinsehen erkennt man aber schnell, dass die Attribute meist willkürlich gegriffen sind. Auch in der Finanzwirtschaft ist ein Wettrennen darüber entbrannt, wer die nachhaltigsten Investmentfonds anbietet und damit dem Anleger ein gutes Gewissen beschert. Dabei ist die Begriffsbestimmung gar nicht so schwierig.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ entstammt ursprünglich der Forstwirtschaft und soll ausdrücken, dass für eine nachhaltige Bewirtschaftung nur so viel Holz geschlagen werden darf, wie durch Aufforstung wieder nachwachsen kann. Übertragen auf das heutige Wirtschaftsleben, darf also ein möglichst schonender Ressourceneinsatz und ein weitreichendes Recycling mit dem Begriff verbunden werden. Ein Motorenproduzent, der daran arbeitet, den Kraftstoffeinsatz zu minimieren und nicht die Leistung zu maximieren, kann aus heutiger Sicht als nachhaltig bezeichnet werden. Es geht also nicht darum, den technologischen Fortschritt zu verhindern, sondern diesen nachhaltig zu gestalten.

Umweltschäden werden in einer Marktwirtschaft nicht internalisiert, da die Schäden häufig nicht einem Verursacher zugeordnet werden können. Man spricht von einer sogenannten Externalität. Daher ist es richtig, dass dieses Marktversagen durch gesetzliche Regelungen substituiert wird. In Europa soll dies durch weitgehende Verordnungen erreicht werden, dabei wird in erster Linie die Externalität des anthropogenen Treibhauseffektes adressiert. In der Vergangenheit war der Ausstoß von Klimagasen weitgehend kostenfrei für die Emittenten, dieser Umstand wird sich nun verändern, indem es staatliche Preiseingriffe in den Markt geben wird. Da der Preis in einer Marktwirtschaft die höchste Lenkungsfunktion auf die Nachfrage hat, werden klimafreundlichere Produkte (da günstiger) stärker nachgefragt werden. So soll in den kommenden Jahrzehnten die europäische Wirtschaft in eine nachhaltige Struktur transformiert werden. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 eine klimaneutrale Wirtschaftsstruktur zu erreichen. Es soll dann in einem Jahr nur noch die Menge an Klimagasen (in erster Linie CO²) emittiert werden, welche durch die Vegetation im selben Zeitraum wieder aufgenommen wird. Dann wäre ein nachhaltiger Kreislauf erreicht und die Externalität des anthropogenen Treibhauseffektes vollständig internalisiert.

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Um dieses Ziel zu erreichen, müssen schon heute entsprechende Investitionen getätigt werden. Die Investitionsmöglichkeiten sind dabei sehr mannigfaltig, da alle Wirtschaftsbereiche betroffen sind. Denn sowohl die Angebots- als auch die Nachfragestruktur müssen sich in Europa verändern, wenn die Nachhaltigkeitsziele der EU erreicht werden sollen. Es braucht eben nicht nur ein Elektroauto, sondern darüber hinaus eine Ladeinfrastruktur, eine entsprechende Stromerzeugung und ein Recycling-Konzept am Ende des Lebenszyklus' des Fahrzeugs. Es bleibt also viel zu tun und zu investieren, bis ein nachhaltiger Kreislauf erreicht ist.

Wichtige Hinweise

Marketingmitteilung

Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung vom Bankhaus Neelmeyer, Zweigniederlassung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.

Kein Angebot, keine Beratung

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