Neelmeyer Newsletter:
Aktuelle Informationen für Anleger

Ausgabe vom 22. April 2021

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in unserem letzten Newsletter wurde der Einflussfaktor „Zins“ auf die Kapitalmärkte beschrieben und dabei auch auf die Eigenschaft als Einkommensquelle in der Geldanlage eingegangen. Auch wenn in der jüngsten Vergangenheit eine Anhebung der langfristigen Zinsen zu beobachten war, so bleibt doch festzuhalten, dass im Trend die Zinsen seit den 1990er Jahren sukzessive gesunken sind. Der Zins ist also als Einkommensquelle „trocken“ gefallen. Für viele Anleger ist diese Einkommensquelle jedoch sehr wesentlich, zehrt doch u. a. die Altersvorsorge ganz wesentlich von dieser Quelle.

Doch welche Alternativen bieten sich an?

Regelmäßige Mieteinnahmen wären beispielsweise eine Lösung. In diesem Newsletter soll aber die Dividende als alternative Einkommensquelle beschrieben werden und warum diese so attraktiv ist. Dividenden sind Gewinnausschüttungen von Aktiengesellschaften. Für die Zahlung dieser Ausschüttung muss ein Unternehmen liquide Zahlungsmittel verwenden, so dass eine regelmäßige Ausschüttung einen fortlaufend positiven Cashflow voraussetzt. Dieser Tatbestand gilt für Zinszahlungen gleichermaßen. Nun ist es aber so, dass die Gewinne der meisten Unternehmen im Trend zulegen, hierfür sorgt schon die allgemeine Inflation. Entsprechend dieser Gewinnsteigerungen steigen dann auch die Zahlungen an die Aktionäre. Dieser Zusammenhang ist bei Zinszahlungen nicht gegeben. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Gewinnausschüttungen der 30 Aktiengesellschaften, die im DAX notiert sind. Der positive Trend ist deutlich erkennbar, auch wenn nicht immer ganz stetig.

Es bleibt aber festzuhalten, dass die Zahlung der Dividenden ihrer Höhe nach sehr viel weniger schwankt als der Aktienkurs selbst. Umso wichtiger ist es, den langfristigen Charakter als Einkommensquelle herauszuarbeiten. Hier der Effekt anhand eines realen Beispiels: Ein Anleger kauft am 30.12.2009 Aktien der Münchener Rückversicherung zum Schlusskurs von 108,67 €, die Dividendenzahlung in 2010 betrug 5,75 € je Aktie (Dividendenrendite: 5,29%). Im Jahr 2021 wird die Dividende bei 9,80 € je Aktie liegen. Die Dividendenrendite auf das ursprünglich eingesetzte Kapital (108,67 € je Aktie) beträgt nun aber bereits 9,02%. Selbstverständlich unterlag die Aktie in diesem Zeitraum sehr deutlichen Schwankungen, der Einkommensstrom aus der Dividende jedoch nicht. An diesem Beispiel sieht man leicht, dass in der langen Frist die Dividendenzahlung ganz wesentlich die Werthaltigkeit einer Anlageentscheidung bestimmt. Der Einkommensstrom aus Zinseinnahmen war in diesem Vergleichszeitraum tendenziell rückläufig. Es zeigt sich also, dass Dividenden eine Art Zinsersatz darstellen können.

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Neben dieser beschriebenen Einkommensquelle bietet die Dividende noch einen weiteren Vorteil: betriebswirtschaftliche Stetigkeit. Gemeint ist hiermit eine Unternehmensführung, die sich dem shareholder value verschrieben hat. Dabei legt die Geschäftsführung öffentlich einen Plan vor, nach welchen Parametern sich die künftige Dividendenhöhe richtet. Um einen solchen Plan langfristig erfüllen zu können, bedarf es einer umsichtigen und mitunter konservativen Steuerung des Unternehmens. Investitionen werden achtsam durchgeführt und nach strengen Rentabilitätskriterien fortlaufend gemessen, stabile Kundenbeziehungen und ein nachhaltiges Geschäftsmodell werden priorisiert, Umsatzwachstum ist zwar wichtig, die Profitabilität steht dem Wachstum aber im Rang vor. In Summe erzeugen solche Kriterien ein eher defensives Geschäftsmodell, dies führt im Umkehrschluss dazu, dass in aller Regel die Kursschwankungen solcher Aktiengesellschaften geringer ausfallen als bei progressiv geführten Unternehmen.

Den wegfallenden Zinseinnahmen kann also die Dividende als Substitut dienen. Dieser Strategieansatz ist nicht nur für Privatkunden interessant, sondern bietet gerade Stiftungen eine Alternative in dem aktuellen Zinsumfeld. Sind es doch die operativen Erträge des Stiftungsvermögens, welche für den Stiftungszweck verwendet werden können. Vor dem Hintergrund des sehr, sehr langen Anlagehorizonts einer Stiftung sind die erhöhten Schwankungen zu vernachlässigen. Wichtig bleibt indes eine aktive Steuerung der Anlagen, denn die Dividenden-Aktien müssen selbstverständlich nach den oben genannten Vorgaben selektiert und überwacht werden, wenn die Dividende als Zinsersatzstrategie herhalten soll.

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Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung vom Bankhaus Neelmeyer, Zweigniederlassung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.

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