Marketingmitteilung

Kaufkraftparität

In den letzten 12 Monaten hat der US-Dollar gegenüber dem Euro deutlich an Wert gewonnen. Der Wechselkurs des Währungspaares änderte sich von ca. 1,25 auf ca. 1,05 US-Dollar für einen Euro. Wir sprechen damit von einer „Aufwertung“ des US-Dollar oder eine „Abwertung des Euro“. Seit Beginn der militärischen Konfrontation in der Ukraine beschleunigte sich dieser Trend nochmals. Dennoch ist die Gesamtentwicklung nicht zuletzt nur auf den aktuellen Krisenherd in Osteuropa zurückzuführen, sondern auch auf die robuste US-Wirtschaft und die damit einhergehenden höheren Zinsen bzw. Zinsspreads US-Dollar gegenüber dem Euro. In diesem Zusammenhang wird immer die sogenannte „Kaufkraftparität“ besprochen.

Eine kurze Erläuterung der „Kaufkraftparität

Die „Kaufkraftparität“, kurz KKP (oder im Englischen „Purchasing Power Parity“, kurz „PPP“) abgekürzt, stammt aus der Makroökonomie und beschreibt die Marktsituation, in der mit zwei verschiedenen Währungen der genau gleiche Warenkorb erworben werden kann. Diese Währungen besitzen dann die gleiche Kaufkraft und der Wechselkurs wäre genau 1,0! Dies ist allerdings eher eine theoretische Situation. In der Praxis wirken laufend viele verschiedene Faktoren auf die jeweiligen Wechselkurse bzw. verschiedenen Währungspaare. Ziel ist der Ausdruck, welchen Wert die einzelne Währung hat und wie viel Produkte damit erworben werden können. Die Lebenshaltungskosten zwischen zwei Ländern sollen somit verglichen werden. Unabhängig von tatsächlichen Wechselkursen der jeweiligen Währungen wird angenommen, dass jedes Produkt in jedem Land den gleichen Wert hat. Theoretisch müsste in jedem Land das identische Produkt auch den gleichen Preis haben (Transportkosten o.ä. werden nicht berücksichtigt).

„Kaufkraft“ ermitteln

Um die Kaufkraft in den einzelnen Ländern auch wirklich vergleichen zu können, müssen zunächst die Gehälter verglichen werden und unter Berücksichtigung des aktuellen Wechselkurses auf einen gleichen Nenner gebracht werden. Die Gehälter werden dann in den jeweiligen Ländern benutzt, um einen Warenkorb zu erwerben. Der Warenkorb kostet aber in den einzelnen Ländern unterschiedlich viel, d.h. das Preisniveau unterscheidet sich. Es können also unterschiedlich viele Einheiten des Warenkorbs erworben werden. Dieser Warenkorb muss somit ebenfalls vergleichbar gemacht werden, d.h. ein Quotient aus den beiden Preisen für die Warenkörbe gebildet werden. Dieses Austauschverhältnis wird dann anstatt des Wechselkurses benutzt. Die jeweiligen Gehälter werden damit „umgerechnet“, d.h. es kann ermittelt werden, welches Gehalt die höhere Kaufkraft besitzt. Der Unterschied ist in der Regel auf ein höheres Preisniveau zurückzuführen.

Ein einfaches Beispiel: Der „Big-Mac-Index“

Dieser Indikator wurde 1986 von der britischen Zeitung „The Economist“ entwickelt. Ziel war die Feststellung von Über- oder Unterbewertungen von Währungen auf Basis von Kaufkraftparitäten. Der Grund ist, dass es für den „Big-Mac“ ein standardisiertes Herstellungsverfahren mit standardisierten Zutaten gibt, die überall auf der Welt gleich sind. Frenchise sei Dank! Die Berechnung ist einfach und erfolgt durch Umrechnung der aktuellen „Big-Mac-Preise“ in den einzelnen Regionen um aktuellen Dollarkurs. Auch wenn es sich nur um einen 1-Produkt-Warenkorb handelt, eine schnelle Möglichkeit die jeweilige Kaufkraft sichtbar zu machen.

Natürlich stellt diese Kaufkraftparitätentheorie nur um eine vereinfachte Darstellung der Realität dar, da z.B. insbesondere Transport- oder Lieferkosten unberücksichtigt bleiben. Der „Big-Mac-Index“ stellt somit einen groben Indikator zur Schätzung der Entwicklung von Kaufkraft dar.

Wichtige Hinweise

Marketingmitteilung

Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung vom Bankhaus Neelmeyer, Zweigniederlassung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.

Kein Angebot, keine Beratung

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