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Marketingmitteilung

Energiepreise steigen im August deutlich – ein Erklärungsversuch…

Der starke Anstieg der Energiepreise wirkt zurzeit besonders stark auf die internationalen Aktienmärkte und führte bereits zu deutlichen Kursverlusten. Es gibt aber auch in dieser Zeit Gewinner, denn viele Energieunternehmen profitieren von den aktuellen Verwerfungen und den stark steigenden Energiepreisen. Auch wenn der aktuelle Trend womöglich noch eine Zeit anhält, so birgt der Einstieg für Anleger in diese Unternehmen oder die entsprechenden Energierohstoffe auch erhebliche Risiken. Beim Blick auf die Energiepreise der Verbraucher zeigt sich bereits eine gefährliche Blasenbildung, die irgendwann „platzen“ wird. Anleger brauchen bis dahin allerdings starke Nerven und Geduld. Die Energiepreise sind aktuell damit das „Damoklesschwert“ der internationalen Kapitalmärkte. Eine Normalisierung ist zwingend erforderlich.

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Was sind die Auslöser?

Die Lage auf dem Energiemarkt wird aktuell zusätzlich durch die gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen befeuert. Hintergrund ist dabei die Koppelung der Energiepreise durch die sogenannte „Merit Order“. In der Energiewirtschaft bezeichnet sie die Einsatzreihenfolge, in der Kraftwerke an der Strombörse Energie anbieten dürfen. Ziel ist die optimale Stromversorgung. Dieses Prinzip ist in der aktuellen Phase allerdings eher ein Brandbeschleuniger als eine ordnende Kraft. Das Prinzip sieht vor, dass Kraftwerke, die billig Strom produzieren, immer zuerst an die Reihe kommen. Der Strompreis richtet sich dann aber nicht nach dem billigsten oder einem durchschnittlichen Preis, sondern nach dem „zuletzt“ geschalteten und damit „teuersten“ Kraftwerk. Für „Otto-Normalverbraucher“ irgendwie „schizophren“. Dies führt in der aktuellen Marktphase, in der auch noch einige Atomkraftwerke in Frankreich ausfallen und Deutschland EU-vertraglich zu einem Energieexport (Hilfe) zwingen, zu exorbitant steigenden Strompreisen.

Hinweis: An dieser Stelle sei angemerkt, dass alternative Energien, die ca. 50 % des deutschen Energiebedarfs decken, heute keinen Cent mehr kosten als vor einem Jahr!

Zurück zum Problem: Die aktuelle Differenz („Lücke“) bei der Stromerzeugung kann aktuell nur durch Gaskraftwerke gedeckt werden, da z. B. keine weiteren deutschen Atomkraftwerke genutzt werden dürfen bzw. verfügbar sind. Die Gaskraftwerke sind allerdings, wegen der Gasknappheit, die zurzeit teuersten Stromproduzenten. Durch die „Merit Order“ steigen damit die Strompreise weiter und kein Ende ist in Sicht, bis neue gesetzliche Rahmen innerhalb des EU-weit regulierten Strommarktes geschaffen werden. EU-Strompreisdeckel?

Zusammenfassung

Es gibt keinen „Stromengpass“, sondern das bekannte „Gasproblem“ wird nun auch durch die „Merit Order“ auf den Strommarkt übertragen. Als einer der ersten Regierungschefs hat Österreichs Kanzler Karl Nehammer zuletzt eine EU-weite Deckelung der Strompreise in Verbindung mit der Entkoppelung von Strom- und Gaspreis gefordert, damit sich die tatsächlichen Stromkosten wieder an die Preise für die Erzeugung annähern. Aufgrund der Verflechtungen in der EU ist aber eine europäische einheitliche Lösung zum Stopp der weiteren Preisexplosion notwendig. Diese gesetzliche Nachbesserung sollte so schnell wie möglich erfolgen, um die einzelnen Volkswirtschaften vor weiterem Schaden zu bewahren. Das „Damoklesschwert“ der „Gasknappheit“ hängt somit weiterhin über den Kapitalmärkten. Wird das „Merit-Order“-Problem gelöst, könnte die Energiepreis-Blase auch schnell wieder platzen!

Wichtige Hinweise

Marketingmitteilung

Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung vom Bankhaus Neelmeyer, Zweigniederlassung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.

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