Kurze Einführung: Zinsstrukturkurve & Spreads

In der Presse wird immer wieder von der Zinsstrukturkurve (kurz: „Zinskurve“) und von Spread-Veränderungen berichtet. Doch was ist damit gemeint und welche Erkenntnisse kann man für Anlageentscheidungen daraus ableiten?

Die Zinsstrukturkurve zeigt in einer Grafik die aktuellen Zinssätze für alle Zeiträume in einer bestimmten Währung bzw. Region an. Das Verhältnis der einzelnen Laufzeiten zueinander zeigt an, welche Laufzeiten in der aktuellen Marktphase das interessanteste Chance-Risiko-Verhältnis für eine Renteninvestition beinhalten und welche gar nicht interessant sind. Allerdings können aus der Zinsstrukturkurve auch allgemeine Interpretationen für die zukünftige Konjunkturentwicklung abgeleitet werden.

Normalerweise sollten langfristige Anlagen einen höheren Zins bringen als kurzfristige Anlagen (normal steigender Verlauf der Kurve). Ist dies nicht der Fall und es werden für langfristige Anlagen sogar niedrigere Zinsen als für kürzere Anlagen bezahlt, spricht man von einer „inversen Zinsstrukturkurve“. Dieser Verlauf bedeutet häufig, dass die Erwartungen an zukünftige Konjunkturentwicklungen sehr gering sind und daher die Zinsen sinken werden (Erwartung einer Rezession = Konjunkturabschwung).

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Ein sehr steiler Verlauf der Zinsstrukturkurve ist dagegen häufig gegen Ende einer Rezession sichtbar, da hier höhere Erwartungen an die Konjunktur auch bereits höhere Zinsen in der Zukunft erwarten lassen (wirtschaftlicher Aufschwung wird erwartet). Bei Betrachtung der Grafik und der beiden grünlichen Linien kann man feststellen, dass sich die Kurve in den letzten 12 Monaten „steiler“ geworden ist, da insbesondere am „langen Ende“ auch in Deutschland bzw. in Euro die Zinsen angestiegen sind und die kurzfristigen Zinsen nahezu unverändert geblieben sind. Insgesamt liegen alle Laufzeitbereiche in Euro noch deutlich im negativen Bereich und erst bei einer Anlagedauer von über 20 Jahren ist aktuell eine positive Rendite erzielbar. Die orangene Linie zeigt den Verlauf vor 5 Jahren und ist durchaus als „idealtypisch“ anzusehen.

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Ein weiteres Hilfsmittel zur Einschätzung der Märkte ist der „Spread“ (Grafik). Dabei erfolgt die Rechnung „Zinsen für 10 Jahre“ minus „Zinsen für 2 Jahre“. Das Ergebnis ist der Spread und somit eine Indikation für die Steilheit der Zinskurve. Aktuell sind somit die Spreads in den USA viel stärker gestiegen als in Deutschland. Der Zinsanstieg am langen Ende führte zu einer deutlichen Ausweitung der Steilheit der Zinskurve in den USA und so zur Interpretation, dass die dortigen Konjunkturaussichten viel positiver von den Marktteilnehmer eingeschätzt werden als in Deutschland.

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Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung vom Bankhaus Neelmeyer, Zweigniederlassung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.

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